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So funktioniert FinSi
FinSi zeigt Ihnen den kompletten deutschen Bundeshaushalt – also alles, was der Bund in einem
Jahr einnehmen und ausgeben will – und lässt Sie selbst daran drehen: Was wäre, wenn wir
hier kürzen, dort mehr ausgeben oder die Mehrwertsteuer ändern? FinSi rechnet sofort aus,
was Ihre Entscheidungen für den Gesamthaushalt und die Neuverschuldung bedeuten würden.
Die Bedienung in 60 Sekunden
Der Haushalt ist wie im Original gegliedert: Einzelpläne (im Wesentlichen die
Ministerien) enthalten Kapitel (Aufgabenbereiche), diese enthalten Titel
(einzelne Posten wie „BAföG" oder „Deutsche Künstlerhilfe"). Mit den Pfeilen klappen Sie die
Ebenen auf und zu, das Suchfeld findet Posten nach Name oder Nummer.
- Regler: Jede Zeile hat einen Schieberegler. Die Mitte (50 %) ist der offizielle
Plan. Ganz links heißt „Posten komplett streichen", ganz rechts „Betrag verdoppeln".
- Regler auf Ordnern wirken nach unten: Ziehen Sie den Regler eines ganzen
Ministeriums auf „minus 20 %", werden alle Posten darin um 20 % gekürzt – auch solche,
die Sie vorher schon einzeln verändert haben.
- Betragsfeld: Rechts können Sie einen Wunschbetrag direkt eintippen, z. B.
„2,5 Mrd" oder „750 Mio". FinSi stellt den Regler passend ein.
- Dashboard oben: Zeigt live Ausgaben, Einnahmen und „Neue Schulden" – jeweils
Ihre Simulation im Vergleich zum offiziellen Plan. Die Ampel wird grün, wenn Ihre
Version mit weniger neuen Schulden auskommt als der Plan, und rot, wenn sie mehr braucht.
- Steuer-Simulation: Über das Panel unter dem Dashboard können Sie zusätzlich an
Steuersätzen drehen (z. B. Mehrwertsteuer) – die Wirkung erscheint bei den Einnahmen.
- Szenarien: Ihre Stände können Sie unter eigenem Namen speichern (bleibt nur in
Ihrem Browser), als Datei exportieren oder als Teilen-Link weitergeben – der
komplette Stand steckt dann im Link selbst, gespeichert wird dabei nichts.
Woher kommen die Zahlen?
Alle Zahlen stammen aus „Bundeshaushalt
digital", dem offiziellen Datenangebot des Bundesministeriums der Finanzen. Es sind exakt
die Beträge des jeweiligen Haushaltsplans – FinSi verändert nichts daran, sondern rechnet nur
auf ihrer Basis. Sie können Jahre von 2012 bis heute auswählen, und zwar wahlweise:
- Soll: der vom Bundestag beschlossene Plan – was ausgegeben werden darf.
- Ist: die tatsächliche Abrechnung nach Jahresende – was wirklich ausgegeben
wurde (erst für abgeschlossene Jahre verfügbar).
Den Stand der Daten („Datenstand") sehen Sie unten auf der Startseite. Die Daten sind laut
Ministerium öffentliche Daten ohne urheberrechtlichen Schutz.
Wie rechnet FinSi?
Die Grundidee ist bewusst einfach: Jeder Regler verändert seinen Posten im Verhältnis zum
Plan. Beispiel: Der Verteidigungshaushalt 2026 ist mit rund 82,7 Mrd. € geplant. Ziehen Sie
den Regler auf 40 % (also unter die Mitte), rechnet FinSi mit 80 % des Plans – etwa
66,1 Mrd. €. Alle Zwischensummen und das Dashboard werden sofort neu berechnet.
Eine Besonderheit erklärt die Kennzahl „Neue Schulden": Im offiziellen Haushaltsplan
sind Einnahmen und Ausgaben immer exakt gleich hoch – weil geplante neue Kredite als
„Einnahme" gebucht werden. Das wäre für ein Gefühl von „Wie viel nimmt der Staat wirklich
ein?" irreführend. FinSi zieht deshalb die Kreditaufnahme heraus und zeigt:
- Einnahmen = alle Einnahmen ohne neue Kredite (Steuern, Gebühren, …)
- Neue Schulden = Ausgaben minus diese echten Einnahmen – also die Lücke, die durch
neue Kredite gedeckt werden müsste.
Welche Annahmen stecken in der Steuer-Simulation?
Die Steuerhebel rechnen linear und ohne Verhaltenseffekte. Das heißt: Erhöhen Sie z. B.
die Tabaksteuer um 10 %, nimmt der Staat im Modell genau 10 % mehr Tabaksteuer ein. In der
Realität würden Menschen darauf reagieren – weniger rauchen, im Ausland kaufen –, und die
Mehreinnahme fiele kleiner aus. Solche Effekte bildet FinSi bewusst nicht ab, weil es
dafür keine unumstrittenen Zahlen gibt. Die Ergebnisse sind also eine „Was wäre rechnerisch,
wenn sonst alles gleich bliebe"-Betrachtung.
Weitere Annahmen im Detail:
- Mehrwertsteuer: FinSi nimmt an, dass etwa 80 % des Aufkommens aus dem Regelsatz
(19 %) und 20 % aus dem ermäßigten Satz (7 %) stammen. Das ist eine Schätzung – amtliche
Statistiken weisen diese Aufteilung nicht exakt aus.
- Nur der Bundesanteil: Viele Steuern teilen sich Bund, Länder und Gemeinden. FinSi
verändert nur den Anteil, der im Bundeshaushalt ankommt, und nimmt die Verteilung als
unverändert an.
- Abzüge werden mitgerechnet: Bei der Mehrwertsteuer stehen im Haushalt auch
Abzugsposten (z. B. Festbeträge an die Länder). FinSi skaliert sie mit. Deshalb bringt eine
Erhöhung von 19 auf 21 % netto rund 11,9 Mrd. € – weniger, als eine einfache
Überschlagsrechnung vermuten ließe.
- Steuerhebel und Regler wirken zusammen: Haben Sie einen Steuerposten zusätzlich per
Regler verändert, multiplizieren sich beide Effekte.
Was FinSi nicht ist
FinSi ist ein Simulations- und Lernwerkzeug – keine amtliche Darstellung und keine
Prognose. Ein paar Dinge sollten Sie beim Interpretieren im Kopf behalten:
- Viele Ausgaben sind gesetzlich gebunden (z. B. Rentenzuschüsse, Sozialleistungen).
Im echten Leben kann man sie nicht einfach per Regler kürzen – dafür müsste man Gesetze
ändern. FinSi zeigt, was es rechnerisch bedeuten würde.
- Die Wirtschaft reagiert auf Politik: Kürzungen und Steuererhöhungen verändern
Wachstum, Beschäftigung und damit wieder die Steuereinnahmen. Diese Rückkopplungen bildet
FinSi nicht ab.
- Auch Zins- und Folgekosten über mehrere Jahre bleiben außen vor – FinSi betrachtet immer
genau ein Haushaltsjahr.
Kurz: FinSi hilft zu verstehen, wie groß die Posten des Bundeshaushalts sind, wie sie
zusammenhängen und welche Größenordnungen Entscheidungen hätten. Für alles Weitere braucht es
echte Politik – und echte Ökonomen.
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